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CH-Raumplanung muss nachhaltiger werden Infotagung vom 6. April 2006
von Roland Bürki, Aktuar
Pierre-Alain Rumley sprach über eine neue, besser vernetzte und nachhaltigere Raumplanung in der Schweiz. Auch kantonale Richtpläne könnten in dieser Beziehung noch zulegen.
Liestal. Raumplanung muss kein trockenes Thema sein. Das bewies Professor Pierre-Alain Rumley, Leiter des Bundesamtes für Raumentwicklung (ARE), der in der Kaserne Liestal die versammelten Gemeindepräsidentinnen und -präsidenten mit seinem Referat über Alte und neue Herausforderungen in der schweizerischen Raumplanung faszinierte. Die Schweiz stehe mit seinen Raumproblemen wie Zersiedelung, Bodenverbrauch, Verstädterung oder Umweltzerstörung wie schon anfangs der siebziger Jahre vor vielfältigen Herausforderungen. Schon 1973 habe der Bund im Leitbild CK-73 ein Städtesystem mit Haupt-, Mittel- und Kleinzentren ausgearbeitet, das die räumliche Entwicklung der Schweiz habe einfangen wollen. „Sehr förderlich war das Leitbild für die Einführung von Bahn 2000“, zeigte Rumley einen Aspekt auf. „Aber,“ zog der Professor Bilanz, „die Raumentwicklung der letzten Jahrzehnte war nicht nachhaltig.“ Als Beispiel nannte Rumley etwa die übermässige Konzentration auf die Agglomerationen, seien heute dort doch etwa 75 Prozent der Bevölkerung und 80 Prozent der Arbeitsplätze angesiedelt. Auf der andern Seite verursache die stetige Ausdehnung der Siedlungsgebiete mit geringer Dichte unverhältnismässig hohe Erschliessungskosten.
Gegensteuer mit Raumentwicklungsbericht 2005
Mit dem Raumentwicklungsbericht 2005 setze sich der Bund vertieft mit den eingangs genannten Problemen der räumlichen Entwicklung auseinander, leitete der Professor zu dessen Erläuterung über. „Nicht jeder kann für sich Planung ganz allein machen“, begründete Rumley seine Forderungen nach einer Vernetzung sowohl der Schweiz mit den europäischen Metropolitanräumen als auch der schweizerischen Metropolitanräume unter sich. Den kleineren isolierten Städten empfahl Rumley, sich in Städtenetze zu integrieren. Etwas, was Tourismusorte schon gemerkt hätten. Geht es nach der Strategie des ARE, dann soll die Raumplanung kein Bremsklotz für die Wirtschaft sein. Dennoch soll eine haushälterische Nutzung des knappen Bodens ein wichtiges Ziel bleiben. Vorrangig bleiben auch eine bessere Koordination von Siedlungs- und Verkehrsentwicklung, eine Qualitätsverbesserung des urbanen Raums, eine stärkere Beachtung der Landschaft sowie der Schutz vor Naturgefahren. Um diese Strategieziele umsetzen zu können, sprach sich Pierre-Alain Rumley unter anderem für neue Steuerungsformen wie Governance, weniger regulative Elemente, schnellere Verfahren und andere, strategischere Richtpläne der Kantone aus.
Viel Einfamilienhäuser im Baselbiet
Professor Rumley liess seinen Raumplanungsblick auch über das Baselbiet schweifen. So seien heute 79 Prozent oder 5'339 Hektaren der verfügbaren Bauzonen überbaut. Und 78 Prozent der Wohngebäude seien Einfamilienhäuser. „Die Bauzonen sind das Resultat der Raumplanung“, stellte Rumley ernüchtert fest. Und diese seien nun einmal in der Schweiz überdimensioniert und im ganzen Land verteilt. Deshalb werde sich die Zersiedelung noch verschärfen. Rumley stellte im Kanton Baselland aber korrekt dimensionierte Bauzonen fest. Lobende Worte fand er für das Projekt „Salina Raurica“, das, wie ähnliche Projekte auch, den Trend zur Zersiedelung stoppen könnte. Letztlich befand er aber auch die 2001 lancierten Agglomerationsprogramme als sehr positiv für eine nachhaltigere Raumentwicklung. (bü)
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