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Lebensqualität misst sich nicht allein an der Infrastruktur


von Roland Bürki, Aktuar


Die Baselbieter Gemeindepräsidenten sind nicht einäugig: Neben der Sachpolitik hatte an ihrer Versammlung auch die Kultur ihren Platz.


„Der eine trage des andern Last, dann drückt die Last keinen“, bestärkte Regierungspräsidentin Elsbeth Schneider den Verband der Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten des Kantons Basel-Landschaft (VGP) an dessen Herbstversammlung in Laufen, seinen traditionellen Mix aus Sachpolitik und kollegialer Begegnung beizubehalten. So könne jedenfalls die Freude am spannenden Gemeindepräsidium bestimmt nicht abebben, folgerte Schneider. Die Regierungspräsidentin ortete die Gemeinde als das Rückgrat unseres Landes und sprach vor allem dem partnerschaftlichen Dialog zwischen den Gemeinden und dem Kanton das Wort. Selbstverständlich gebe es nicht nur Gefreutes, sagte sie und spielte dabei auf den kantonalen Richtplan, das Gesetz über die Pflege im Alter oder die Übernahme der Sekundarschulbauten an. Für letztere stellte Schneider eine Lösung in Aussicht, mit der sicher auch die Gemeinden leben könnten.

VGP-Präsident Rudolf Mohler bekräftigte in seinem Dank den Willen zum Dialog, der gewissen Zentralisierungswellen doch etwas den Schwung nehmen könnte. Mohler konnte auf einen gelungenen Neustart des VGP zurückblicken, habe doch der Vorstand in mehreren Sitzungen die Marschrichtung des VGP bestimmt, ein Pflichtenheft ausgearbeitet und Ausschüsse zu Sachthemen gebildet. Daneben hätten auch die beiden Info-Anlässe über den Sport und die Wasserfallenbahn den Mitgliedern viel Wissenswertes vermittelt. Ruedi Mohler setzte schliesslich mit der Ankündigung der neuen Homepage www.vgp-bl.ch noch einen drauf, weil dort in geraffter Form alle möglichen Informationen abgeholt werden könnten.

Als Gastreferent zog der Baselbieter Kulturbeauftragte Niggi Ullrich alle Register seines Wissens, um nicht – wie er sagte – Geld abzuholen, sondern einen Einblick in die Baselbieter Kulturlandschaft zu ermöglichen. Obwohl Kultur und Politik ein weites Feld sei, wisse bestimmt jeder (Politiker), was ein gutes Bild sei, stellte Ullrich fest. Trotz dieses Wissens begegne er immer wieder den gleichen Vorurteilen über elitäre, teure, nicht marktkonforme oder intransparente Kultur, führte Ullrich weiter aus. Das führe dazu, dass sich die öffentliche Hand für Kulturausgaben immer rechtfertigen müsse, obwohl sie vielfach auch mit wenig Geld eine gute Kulturpolitik betreiben könne. Ullrich machte in der Region Basel ein überdurchschnittliches Interesse an Kunst und Kultur aus, das sich zur Hauptsache auf Basel konzentriere. Immerhin leisteten Kanton und Gemeinden pro Jahr fast 40 Millionen an die Kultur, namentlich an die Römerstadt, an Museum und Kantonsbibliothek oder an viele Gemeindeprojekte. Niggi Ullrich wünschte sich schliesslich, dass Augusta Raurica zum regionalen Kulturstandort aufsteige und vor allem die Agglomerationsgemeinden die kulturellen Leitinstitutionen in Basel vermehrt unterstützten. VGP-Präsident Ruedi Mohler hoffte in seinem Schlusswort, dass der Kulturfunke gezündet habe. „Die Lebensqualität in den Gemeinden bemisst sich nicht allein nach dem Durchmesser der Kanalisationsrohre“, brachte es Mohler auf den Punkt. (bü)


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